Björn Ipsen (Foto: IHK Flensburg / Dewanger)

IHK: Landesregierung sollte Corona Stufenplan notfalls ohne bundeseinheitliche Beschlüsse umsetzen

Im Hinblick auf den Bund-Länder-Gipfel am 3. März bestärkt die IHK Schleswig-Holstein die Landesregierung darin, ihren Stufenplan notfalls ohne bundeseinheitliche Beschlüsse umzusetzen. Dazu Hauptgeschäftsführer Björn Ipsen:

Lockerungen der staatlichen Reglementierungen sind dringend
„Wenn wir am Mittwoch noch immer keine bundesweiten Lösungen bekommen, sollte das Land am eigenen Stufenkonzept festhalten, wie es Ministerpräsident Daniel Günther heute in seiner Regierungserklärung skizziert hat. Dieser Perspektivplan zeigt der Wirtschaft die zwar schrittweise, aber doch verbindliche Öffnungsperspektive auf, die sie jetzt braucht. Zwar schreit der stark vernetzte norddeutsche Wirtschaftsraum nach abgestimmten Lösungen. Allerdings darf auch dieses gemeinsame Vorgehen nicht zu einem K.O.-Kriterium für geplante Lockerungen werden.“

Hotspotstrategie der Landesregierung ist richtig
Als einen „richtigen Schritt in Richtung pragmatischer Flexibilität und Regionalisierung in der Pandemiebewältigung“ bezeichnet Ipsen die von Daniel Günther angekündigte Hotspotstrategie. Überdies sollte der Kriterienkatalog bei sinkenden Infektionszahlen um objektive Kennziffern wie Impfquote und Intensivbettenbelegung erweitert werden.

Handlungsspielräume müssen genutzt werden
„Eine Fokussierung allein auf Inzidenzen ist angesichts zunehmender Impfungen gerade in den Risikogruppen viel zu rückwärtsgerichtet. Wir müssen ein Handling finden, das auch bei höheren Fallzahlen wieder Handlungsspielräume neben den Total-Schließungen enthält – Österreich macht es uns gerade vor“, fordert Ipsen.

Meet und Collect muss ausgebaut werden
Den Vorstoß, Meet & Collect wie in anderen Bundesländern zu ermöglichen, begrüßt die Wirtschaft ausdrücklich. Ipsen: „Wir fordern schon seit Wochen kontaktarme Übergangslösungen wie Private Shopping oder Einzelterminvergaben. Es wäre ein Lichtblick, wenn sie endlich kämen – nicht nur für die Unternehmen, sondern auch für deren Kundschaft.“

Weiterhin Handlungsbedarf in den Gesundheitsämtern
Verbesserungsbedarf gebe es zudem bei der digitalen Nachverfolgung durch die Gesundheitsämter. „Noch immer wird die Kontaktnachverfolgung in den Kommunen uneinheitlich gehandhabt. Die digitale Verknüpfung von Testergebnissen mit Handy-Apps und einem zentralen Nachverfolgungssystem in den Gesundheitsämtern könnte der Gamechanger für umfangreiche Öffnungsschritte werden“, sagt Ipsen. Mit den Daten aus der Nachverfolgung seien bessere Analysen über Infektionsquellen und Infektionswege zu erhalten.

Mehr Corona Testangebote unverzichtbar
Die Ausweitung des Testangebots sei dabei zentral: „Noch so sinnvolle und nachvollziehbare Maßnahmen können nur dann ihre Wirkung entfalten, wenn sie durch eine systematische Teststrategie ergänzt werden. Die Wirtschaft ist bereit, ihren Beitrag zu leisten und beim Ausrollen der Schnell- und Selbsttests zu unterstützen, wo immer es nötig und auch möglich ist“, so Ipsen.

Text: IHK Schleswig-Holstein / Redaktion, Foto: IHK Flensburg / Dewanger