Können Schüler eigenständig entscheiden,  was sie lernen möchten und unter welchen Bedingungen ihr persönlicher Lernprozess ablaufen soll? Drei Elmenhorster beantworten diese Frage mit einem klaren „Ja“ und wollen im Kreis Stormarn eine soziokratische Schule ohne Noten und Zwänge gründen. Um diesen ehrgeizigen Plan bis zum Sommer umsetzen zu können, sucht das Gründungsteam nach einem passenden Gebäude.

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„Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Gelerntes nur dann im Gedächtnis verankert wird, wenn man Freude am Lernen hat“, sagt Mareike Weingarten. „An weite Strecken meiner Schulausbildung kann ich mich nicht mehr erinnern.“
Die Idee: Wenn Kinder bestimmen können, was sie zum Leben brauchen, komme das Interesse von allein. „Ein Kuchenrezept lesen, die englischen Vokabeln eines Liedes übersetzen oder Winkelmaße für ein Bauprojekt berechnen – dies sind praktische Aufgaben, die Schüler an den Sinn ihres Tuns heranführen“, sagt Weingarten. „Zusätzlich lernen sie, auf sich und ihre Bedürfnisse zu achten.“
Das Prinzip der Freien Demokratischen Schule ist in ganz Deutschland zu finden. Die nächste Schule liegt eine halbe Stunde von Elmenhorst entfernt im Kreis Herzogtum Lauenburg. Weitere Schulen in Bad Segeberg und Kiel sind in Planung.
„Wir haben vergeblich nach einem Platz für unsere Kinder gesucht und beschlossen, selbst eine freie Schule zu gründen“, sagt Sonja Wolsky. „Unser Konzept haben wir um das Prinzip der „Soziokratie“ erweitert.“ Dies bedeute, dass nicht die Mehrheit bestimme, sondern jeder eine Stimme habe. „Soziokratie könnte als „Demokratie 2.0“ bezeichnet werden“, sagt Tim Wolsky. „Weil sie Gedanken der demokratischen Gestaltung konsequent weiterdenkt. Es geht nicht um eine Mehrheit, die entweder „dafür“ oder „dagegen“ ist, sondern um Bedürfnisse des Einzelnen.“
Ergänzt werde das Konzept durch Grundlagen bekannter Entwicklungspsychologen wie Jean Piaget und Maria Montessori sowie Erkenntnissen der modernen Gehirnforschung.

„Wir haben das Konzept beim Ministerium eingereicht, die Finanzierung steht“, sagt Sonja Wolsky. „Jetzt müssen wir wenige Details anpassen und ein passendes Gebäude finden.“
Im Gespräch sei die ehemalige „Kurparkschule“ in Bad Oldesloe. Aber auch Alternativen stehe die Gründungsgruppe aufgeschlossen gegenüber. Benötigt werde ein Gebäude von etwa 250 Quadratmeter Größe im Großraum von Bargteheide.

Weitere Informationen:
Dienstag, 12. Februar, 19 Uhr im Peter-Rantzau-Haus Ahrensburg, Manfred-Samusch-Straße 9
Sonntag, 24. März, 16 Uhr im Bürgerhaus Elmenhorst, Schulstraße 3a
www.unique-schule.de    

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