Sie haben gesägt, Äste angemalt und Beutel angehängt: Die Schüler des Eric-Kandel-Gymnasiums gestalteten einen Beutelbaum und stellten diesen in Ahrensburger Drogerien und Supermärkten auf. Ihr Ziel ist es, Menschen zu umweltbewusstem Handeln zu motivieren und Plastikmüll zu vermeiden.

Jetzt könnte das Projekt Beutelbaum auch im Landtag Furore machen.
„Die Aktion passt wunderbar in die aktuelle Debatte über unsere ökologische Zukunft“, sagt Tobias von Pein (SPD). Zusammen mit Sandra Redmann (SPD) informierte sich der Politiker über das Schüler-Projekt. Zusätzlich luden die beiden Landtagsabgeordneten die Oberstufenschüler des Geografieprofils nach Kiel ein, um die Idee einem breiten Publikum vorzustellen.
Nach umfangreichen Standortanalysen wurde der erste Baum im Mai vergangenen Jahres bei Budni in Ahrensburg aufgestellt, weitere Bäume folgten nach und nach. Ende vergangenen Jahres wurde die Gruppe dann mit dem Hauptpreis des Landeswettbewerbes belohnt. Das Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro soll nun dazu genutzt werden, das Projekt auszubauen.

Die Schülerinnen Vanessa Hilgenstock, Luisa Baudry und Lina Leonhardt entwickelten das Projekt Beutelbaum zusammen mit ihrer Lehrerin Nina Buttler

„Wir sind bereit, in die umliegenden Gemeinden zu expandieren“, sagt Lehrerin Nina Buttler. „Die Schüler lernen für ihr Leben und können dieses Wissen auch an andere Schulen weitergeben.“
In der anschließenden Diskussion kritisierten die Schüler des Eric-Kandel-Gymnasiums, dass die Politik für den Schutz der Natur nicht genügend Druck machen würde und stattdessen auf andere vertrauen, den benötigten Umschwung herbeizuführen. Tobias von Pein stimmte zu, dass es nicht ausreiche, auf den freiwilligen Verzicht von Plastiktüten zu setzen. „Um das Verhalten zu ändern, brauchen wir Regeln und Verbote“, so von Pein. „Heute erleben wir in manchen Bereichen sogar einen Rückschritt. Da nicht alles über den Markt geregelt werden kann, müssen wir die Wirtschaft in die Pflicht nehmen.“
Das Beutelbaumprojekt könne in kleinem Maßstab motivieren, mit Umweltschutz anzufangen und über das eigene Tun nachzudenken. „Es ist eine persönliche Entscheidung von jedem einzelnen“, so eine Schülerin. „Nur dann kann sich was verändern.“