Waldkindergärten erfreuen sich wachsender Beliebtheit

„Ich bin ein Waldkind, schaut mich an. An mir hat es Erde dran – unterm Fingernagel, an der Jacke, in den Haaren, an der Backe.“ So beginnt die erste Strophe vom Waldkinderlied, welches beim internationalen Tag der Waldkinder zum ersten Mal gesungen wurde.

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Ob in Südkorea, China oder in Ahrensburg – überall auf der Welt erfreut sich diese besondere Form des Kindergartens wachsender Beliebtheit. Erst vor zwei Jahren wurde in der Schlossstadt eine dritte Gruppe aufgemacht, eine weitere gibt es in Großhansdorf. Angelaufen sei alles per Mundpropaganda, sagt Andrea Dechau. Mittlerweile gebe es lange Wartelisten.

„Es ist das Modell der Zukunft“, erklärt Sozialpädagogin Nina Janz dieses Phänomen. „Wir schauen uns Themen an, wie Natur- und Klimaschutz sowie das Vereinzeln von Menschen, die für die Gesellschaft relevant sind.“

Um diese besondere Bedeutung ihres Erziehungsauftrages auch an oberer Stelle anzubringen, hatte die Waldgruppe im Ahrensburger Forst Hagen vergangenen Freitag Minister Dr. Heiner Garg (FDP) zu Besuch. Der Sozialminister spielte mit den Kindern, sägte eine Kettenscheibe für eine Waldkitapuppe aus Holz – und ließ sich die Wünsche sowie Bedürfnisse der Kita-Mitarbeiter schildern.

Sozialminister Heiner Garg zu Besuch im Ahrensburger Waldkindergarten
Sozialminister Dr. Heiner Garg zu Besuch im Ahrensburger Waldkindergarten

„Wir werden nie gesehen, sondern wie ein typischer Frauenberuf behandelt“, sagt Janz. „Obwohl wir uns etwa sechs Stunden pro Tag und bei jeder Witterung im Freien aufhalten, gibt es erst seit kurzem Arbeitskleidung. Auch das Risiko einer Erkrankung durch Zecken und andere Berufskrankheiten müssen endlich gesehen werden.“

Sie wünschten sich eine größere Wertschätzung der Gesellschaft und finanzielle Unterstützung bei Integrationsmaßnahmen. Denn oftmals würden gerade die „schwierigen Fälle“ wie selbstverständlich in den Wald geschoben – ohne zusätzliches Personal anzustellen.

Das Land habe eine Milliarde Euro zusätzlich ausgegeben, antwortete der Minister. Er sei grundsätzlich ein Fan von multiprofessionellen Teams, die sich bei der Arbeit ergänzen. Dennoch sei der Reformprozess zunächst als Kompromiss zu verstehen. „Es ist noch Luft nach oben“, sagt Garg. „Aber ihre Arbeit ist in jedem Fall unverzichtbar.“

Sozialminister Heiner Garg zu Besuch Ahrensburger Waldkindergarten

Text und Bilder: Melissa Jahn (mej)

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