Tobias Koch bei der Ahrensburger Tafel (Foto: CDU)

Für Tobias Koch ist es ein eindrucksvolles Beispiel, wie gut organisiert und wirkungsvoll ehrenamtliche Hilfe im sozialen Bereich sein kann. Der Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der CDU-Fraktion im Kieler Landtag besuchte anlässlich des Tages des Ehrenamts die Ausgabestelle in der Alten Kate 1 des Vereins Ahrensburger Tafel. „Die Tafel in Ahrensburg zeigt, wie wichtig das freiwillige Engagement zugunsten von hilfsbedürftigen Menschen ist. Ich finde, dass wir die Arbeit von Ehrenamtlichen angemessen wertschätzen müssen, um Menschen zusätzlich dafür zu motivieren, dass sie sich freiwillig für unsere Gesellschaft einsetzen“, sagte Tobias Koch.

Er wurde empfangen von Holger Pruß, Vorstand der Ahrensburger Tafel e. V., und Bernd Linde, Leiter der Ahrensburger Ausgabestelle. Die beiden erläuterten Koch das System der Tafel, angefangen bei regelmäßigen Spenden, überwiegend von Supermärkten in der Region, die der Tafel kostenlos zum Verzehr geeignete Lebensmittel überlassen, die sie selbst zum Beispiel wegen ablaufender Haltbarkeitsdaten aussortieren. Fünf Kühlfahrzeuge der Tafel Ahrensburg holen diese Produkte bei den Spendern ab und verteilen sie auf die fünf Ausgabestellen der Tafel Ahrensburg. Dort können nachweisbar Berechtigte gegen einen pauschalen Obolus von zwei Euro während der Öffnungszeiten bekommen, was pro Person oder Haushalt zur Verfügung steht.

Tobias Koch war überrascht davon, welch logistischer Aufwand für den kontinuierlichen Ablauf mit dem Einsatz von etwa 120 Ehrenamtlichen notwendig ist. Holger Pruß und Bernd Linde berichteten ihm auch von ihren Nöten und Sorgen. Voraussetzung für die Tafel, so Pruß, seien zwar viel ehrenamtliche Arbeit und die regelmäßigen Lebensmittelspenden, jedoch würde zusätzlich Geld benötigt, um anfallende Kosten unter anderem für die Miete der Ausgabestellen und den Betrieb der Fahrzeuge zu decken. Zwar werde die Tafel von Kommunen unterstützt und erhalte auch Geldspenden von Firmen und Einzelpersonen, doch reichten alle Einnahmen nicht immer aus. Die beiden Tafel-Organisatoren wünschten sich mehr Entlastung: zum Beispiel durch einen höheren Mietzuschuss der Stadt Ahrensburg, weil die Kosten sich durch den notwendigen Umzug der Ausgabestelle in die Große Straße 22 zum 1. Januar 2020 erhöhen werden.

Tobias Koch, der während der Ausgabe der Lebensmittel mit ehrenamtlichen Helfern und mit Bedürftigen sprach, war beeindruckt vom Funktionieren des Betriebs. Er versprach, sich für zusätzliche öffentliche Unterstützung der Tafel einzusetzen. Koch sagte: „Der Staat muss der Wertschätzung für das Ehrenamt Ausdruck verleihen und die Freiwilligen auch mit Vergünstigungen belohnen, um Anreize zu schaffen. Unsere Demokratie ist ohne Ehrenamt nicht vorstellbar.“ Tobias Koch wünscht sich außerdem, dass auch die Spendenbereitschaft für die Tafel wächst.

Die Ahrensburger Tafel e. V. wurde 1995 als Stormarner Tafel e. V. gegründet, als 26. Tafel in Deutschland und vierte in Schleswig-Holstein. Sie betreut inzwischen Ausgabestellen in Ahrensburg, Bargteheide (seit 1996), Rahlstedt-Großlohe am Hamburger Stadtrand (seit 1997), Ammersbek (seit 2014) und Großhansdorf (seit 2014). Die fünf Ausgabestellen versorgen jede Woche mehr als 1900 bedürftige Personen in annähernd 700 Haushalten. Zurzeit arbeiten 118 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer für die Ahrensburger Tafel, 75 in den Läden, 40 im Fahrdienst auf fünf Kleinlastern (allesamt Kühlwagen) und drei als Bürokräfte. Die Betriebskosten der Ahrensburger Tafel e. V. betrugen im Jahr 2017 insgesamt 84.000 Euro für Mieten, Raum- und Betriebskosten sowie für den Betrieb der fünf Fahrzeuge.

In Deutschland gibt es zurzeit 937 Tafeln, 56 davon in Schleswig-Holstein und im Kreis Stormarn sechs Tafel-Vereine (neben Ahrensburg noch in Bad Oldesloe, Trittau, Reinfeld, Barsbüttel und Glinde) mit zehn Ausgabestellen.

Text, Foto: CDU / ME