Update der Initiative Zukunft WBW am 02.07.2026
Die Initiative Zukunft WBW kämpft weiter für den Baumerhalt in ihrer Straße und gleichzeitig stellvertretend für alle Straßen mit altem Baumbestand in Ahrensburg. Was als ein erster Aufruhr gegen die vorgestellten Sanierungsvarianten mit zum Teil zahlreichen Baumfällungen begann, nimmt nun immer konkretere Formen an. Schon lange steht die Initiative nicht mehr allein da. Neben tatkräftiger Unterstützung durch verschiedene andere Institutionen (u.a. BUND) erhält sie Rückenstärkung durch die zahlreichen Unterschriften und Kommentare ihrer Anfang Juni gestarteten Petition. Seitdem haben sich bereits mehr als 1.300 Bürgerinnen und Bürger für den Baumerhalt ausgesprochen, und die Zahl der Unterstützenden steigt täglich weiter an. „Wir freuen uns über die großartige Beteiligung und fühlen uns bestärkt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Danke an alle, die unserem Anliegen eine Stimme geben!“, kommentiert Tanja Gewehr.
Da die Initiative Zukunft WBW gegenüber der Stadt stets betont, dass sie sich an der Planung aktiv beteiligen möchte, hat sie sich Experten an die Seite geholt.
Das Ergebnis klang zunächst ernüchternd: Die aktuellen gesetzlichen Richtlinien erschweren eine Planung von Straßen erheblich. „Dennoch“, erklärt Rolf Weinkauff, „haben wir eine gangbare Möglichkeit gefunden. Nach der fachlichen Einordnung des zu Rate gezogenen Bauingenieurs und Verkehrsplaners Prof. Dr. Gerlach der Bergischen Universität Wuppertal sowie des unabhängigen Planungsbüros Wasser- und Verkehrs- Kontor GmbH handelt es sich bei einer Straßenplanung um einen Abwägungsprozess, bei dem sich in der Regel nicht alle Bedürfnisse und Anforderungen wie Verkehrssicherheit, Barrierefreiheit, Klimaanpassung, Verkehrsfluss und Erhalt des vorhandenen Baumbestandes vollständig umsetzen lassen. Deshalb seien auch begründete Abweichungen von Regelwerken möglich.“ Linda Kantelberg ergänzt: „Unser Vorschlag ist nun ein Baukastenprinzip mit verschiedenen Methoden, die je nach Straßenabschnitt individuell angewendet werden können. Um einen möglichst hohen Baumerhalt zu erreichen, lohnt sich die Betrachtung der einzelnen Baumstandorte. Dazu gibt das Baukastenprinzip bereits eine klare Orientierung, welche Methoden sich für welche Baumstandorte eignen. Geeignet sind beispielsweise Verengungen oder Verschwenkungen der Fahrbahn im Wechsel mit breiten Abschnitten, um den barrierefreien Gehweg in Einzelfällen um die Bäume herum an der Straßenseite entlang zu führen.“ Univ.-Prof. Dr.-Ing. Jürgen Gerlach, der die beschriebene Lösung empfiehlt, erklärt: „Abschnittsweise Fahrbahnverengungen können auch in Hauptverkehrsstraßen, die dem Vorbehaltsnetz angehören, grundsätzlich zulässig sein. […] Die damit verbundenen Einschränkungen für den Verkehrsablauf sind bei der angegebenen Verkehrsstärke nach erster Einschätzung begrenzt. Begegnungen zwischen größeren Fahrzeugen können punktuell Wartevorgänge erforderlich machen, ohne dass hieraus erhebliche Beeinträchtigungen der Netzfunktion resultieren.“
Doch wie beurteilt die Stadt das Baukastenprinzip? Die Initiative Zukunft WBW hat ihre Ideen in Form eines offenen Briefes an Politik & Verwaltung im Bau- und Planungsausschuss der Stadt Ahrensburg vom 01.07.2026 verlesen und den Fraktionen sowie der Verwaltung ein Paket mit Skizzen, Gutachten und weiteren Belegen überreicht. Gleichzeitig hat die Initiative ihre Einladung zu einem Runden Tisch mit Politik & Verwaltung nach der Sommerpause ausgesprochen und wartet nun auf Rückmeldung der Mitglieder des Bau- und Planungsausschusses. Ziel des gemeinsamen Termins ist die Vorstellung und Diskussion der eingereichten Alternativvariante.
Mitteilung der Initiative Zukunft WBW am 18.05.2026
Die Anwohnenden des Waldemar-Bonsels-Weges blicken den Straßensanierungsplänen der Stadt Ahrensburg mit großer Sorge entgegen. Bei umfangreichen Baumfällungen sollen im von der Stadt favorisierten Konzept knapp 40 gesunde Linden neuen barrierefreien Gehwegen weichen.
Eine schnell wachsende Gruppe aus der Straße hat sich in der “Initiative Zukunft WBW“ zusammengetan, um auf die geplante Sanierung Einfluss zu nehmen. Ihrer Meinung nach sind die Baupläne wenig zukunftsorientiert. Die Bedürfnisse von Verkehrsteilnehmenden wie Radfahrenden und Schulkindern wurden in der Planung kaum bis gar nicht berücksichtigt, genauso wie die sich verändernden Verkehrsströme im Hinblick auf den Ausbau der S4 mit ihrer Haltestelle am Ende des Waldemar-Bonsels-Weges. Zudem stehen die geplanten Maßnahmen den Zielen der Stadt zur Klimaneutralität entgegen.
Anwohner Roland Mattwig: „Es muss möglich sein, Barrierefreiheit und Baumschutz gemeinsam zu denken. Der Erhalt der Bäume in unserer Straße ist uns sehr wichtig. Alte Bäume leisten nachweisbar bedeutende Beiträge u.a. zu Luftqualität, CO² Haushalt, Tier- und Artenvielfalt sowie Wohnqualität. Eine Fällung des alten Baumbestandes und eine Nachpflanzung von jungen Bäumen halten wir daher für inakzeptabel.“
Auf Anfrage wurde der Waldemar-Bonsels-Weg vom Fachdienst Naturschutz inzwischen als Allee eingestuft und unterliegt damit als schützenswertes Biotop strengstem Schutz.
Die Forderungen der „Initiative Zukunft WBW“ sind klar: Einbeziehung der Anwohnenden des Waldemar-Bonsels-Weges in die Sanierungsplanung und Mitspracherecht bei den Umsetzungsmöglichkeiten. Die Initiative plant bereits eigene Vorschläge zur zukunftsorientierten Gestaltung der Straße.
Der Plan der Stadtverwaltung sollte bereits am 06.05.26 im Bau- und Planungsausschuss beschlossen werden und konnte nur durch zahlreiches Erscheinen von Bürgern und gezielte Fragen abgewendet werden.
Nächster Termin 20.05.2026
Die Initiative weist darauf hin, dass die Pläne der Stadtverwaltung am 20.05.2026 erneut auf der Tagesordnung des Bau- und Planungsausschuss stehen.
Text Initiative Zukunft WBW












