Malin Schultz (Foto: privat)

Zur Bundestagswahl hat jeder Wahlberechtigte zwei Stimmen. Die Erststimme entscheidet über den Wahlkreisabgeordneten, die Zweitstimme über die Partei. Die Parteien werben mit den Programmen und Spitzenpersonen in Berlin für sich. Vor Ort bei uns werden aber vor allem die Wahlkreisabgeordneten wirken und die Interessen der Bürger/innen nach Berlin mitnehmen und dort vertreten.

Wir haben die Kandidaten der heute im Bundestag vertreten Parteien für die Wahlkreise in unserer Region um ein Interview gebeten, mit dem sie sich als Person und mit ihren individuellen Ansichten und inhaltlichen Schwerpunkten vorstellen.

Malin Schultz kandidiert für DIE LINKE im Wahlkreis 8 (Segeberg – Stormarn-Mitte) zu dem Ammersbek, Bad Oldesloe, Bargteheide und Tangstedt sowie die Ämter Bad Oldesloe-Land und Bargteheide-Land gehören.

Fünf Fragen an Malin Schultz (DIE LINKE)

1 Bitte stellen Sie sich als Person kurz vor

Moin, mein Name ist Malin Schultz. Ich bin 26 Jahre alt, Informatikerin und Direktkandidatin für den Wahlkreis Segeberg/Stormarn Mitte für die Partei DIE LINKE. Geboren bin ich im Henstedt-Ulzburg, lebe aber in Norderstedt seit ich denken kann. Hier bin ich zur Schule gegangen, hier habe ich Abitur gemacht, hier bin ich zuhause – wie man so sagt. Ich selbst bin Informatikerin (B.Sc.) und studiere auf den Master-Abschluss an der TU-Hamburg.

2 Wie sind Sie zum Engagement in der Politik gekommen und warum kandidieren Sie für den Bundestag?

Als ich anfing zu studieren habe ich als erstes gelernt, was es heißt nicht aus einem begüterten Akademikerhaushalt zu kommen. Der Bafög-Antrag ein Grauen und der Höchstsatz macht eine freie Studienortwahl unmöglich. Als zweites habe ich gelernt, dass es nicht nur mir so geht sondern vielen. Das hat mich wütend gemacht. Politik kann das ändern? Da bin ich dabei! Deshalb bin ich 2018 der Partei DIE LINKE beigetreten, der einzigen wirklich sozialen Partei.

3 Ihr Bezug zur Region Ahrensburg

Als ich einmal nach Ahrensburg wollte, habe ich verstanden warum Deutschland ein Auto-Land ist. Die ÖPNV Anbindung von Norderstedt aus ist eigentlich keine. Und nicht nur die. Der ÖPNV in Deutschland ist ein zeitfressendes Chaos. Das muss nicht so sein und das müssen wir ändern. Ein gut strukturierter ÖPNV ist meiner Ansicht nach der Schlüssel für eine Mobilitätswende. Ohne Ausstieg aus dem motorisierten Individualverkehr wird das Klima retten nichts.

4 Wie haben Sie die Corona-Pandemie erlebt und welche Lehren ziehen Sie für die Politik?

Die Pandemie habe ich im Wesentlichen online erlebt. Und trotz der hervorragenden Netzanbindung Norderstedts war es sehr schwierig. Deutschland ist digitales Entwicklungsland, nicht nur bei der Infrastruktur, auch beim Umgang mit dem Medium Internet. Und die Lehre für die Politik? Wir können über Nacht hunderte Milliarden erzeugen, um Großkonzerne zu retten, haben aber die Digitalisierung 20 Jahre verschlafen – das müssen wir ändern. Geld ist doch genug da.

 5 Was wollen Sie im Falle Ihrer Wahl im Bundestag für die Region erreichen?

Für die Region will ich erreichen, was ich für das ganze Land erreichen will. Wir brauchen endlich eine echte Gleichberechtigung und eine kompetente Netzpolitik, um meine Schwerpunkte zu nennen.

Gerade bei der Netzpolitik hoffe ich als Informatikerin Kompetenz ins Parlament zu bringen. Und für den Klimaschutz möchte ich mich für einen strukturierten und funktionierenden ÖPNV kämpfen. Dass kommt dann auch der Region zugute.

Test: Redaktion, Foto: privat