Stadt Reinfeld (Foto: Ahrensburg-Portal)

Das Land Schleswig-Holstein hat einen Förderbescheid über 700.000 Euro an die Technische Hochschule Lübeck übergeben.

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Im Mittelpunkt der Investition steht die Erweiterung der bestehenden Versuchs- und Ausbildungskläranlage, die die Hochschule seit 2005 auf dem Gelände der Kläranlage in Reinfeld betreibt. Genutzt wird die Anlage unter anderem zur Erprobung neuartiger Technologien, die zukünftig für eine effizientere Reinigung von kommunalem Abwasser sorgen sollen.

„Die geplante Investition ermöglicht eine zeitgemäße Bearbeitung abwassertechnischer Fragestellungen und ist in den kommenden Jahrzehnten zukunftsweisend für die Abwasserbehandlung in Schleswig-Holstein“, sagte Dr. Johannes Oelerich, Abteilungsleiter für Wasserwirtschaft im Schleswig-Holsteinischen Umweltministerium.

Die zurzeit vorhandene Anlagentechnik auf der Versuchs- und Ausbildungskläranlage in Reinfeld entspricht dem technischen Stand der 1990er Jahre, der vorrangig die Minimierung des Nährstoffgehaltes zum Schutz der Gewässer ermöglicht.

In den vergangenen Jahren wurde jedoch eine Vielzahl weiterer Probleme hinsichtlich des Umgangs mit Abwasser sowie der notwendigen Reinigungsleistung identifiziert. Hierzu zählen beispielsweise:

  • Der Rückhalt von Spurenstoffen, die in der kommunalen Abwasserreinigung bisher nicht vollständig zurückgehalten werden und Ökosysteme in Gewässern negativ beeinflussen können. Zu diesen gehören zum Beispiel Pflanzenschutzmittel, Schwermetalle, Arznei- oder Putzmittel.
  • Der Rückhalt von Mikroplastik, das als Quelle von Weichmachern oder als Träger weiterer Spurenstoffe problematisch für die Umwelt sein kann.
  • Der Rückhalt von (multiresistenten) Keimen.

Hintergrund

In Schleswig-Holstein wird die Versuchs- und Ausbildungskläranlage der Technischen Hochschule Lübeck mit dem Ausbau im Rahmen der Förderung die zentrale Anlaufstelle für alle Fragestellungen rund um die 4. Reinigungsstufe auf kommunalen Kläranlagen.

Zudem können sich Kläranlagenbetreiber aus Schleswig-Holstein mit Hilfe der Versuchs- und Ausbildungskläranlage gezielt über neue Verfahren bzw. Verfahrenskombinationen informieren und den technischen Umgang mit diesen erlernen.

Darüber hinaus kann die mobile Lösung auf der Versuchs- und Ausbildungskläranlage dazu genutzt werden, die einzelnen Verfahren oder auch Verfahrenskombinationen testweise auf kommunalen Kläranlagen in Schleswig-Holstein einzusetzen und mit deren spezifischen Abwasserzusammensetzung zu erproben. Dies betrifft vor allem Kläranlagen, die beabsichtigen, ihre Kläranlage mit einer 4. Reinigungsstufe nachzurüsten.

Die Bewilligung der Fördermittel in Höhe von 700.000 Euro für die Erweiterung der Versuchs- und Ausbildungskläranlage erfolgt aus EU-Mitteln des Wiederaufbaufonds (EURI), die über das Landesprogramm für die Entwicklung des ländlichen Raums Schleswig-Holstein (LPLR) zur Verfügung gestellt wurden.

 

Text: Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung / Redaktion, Foto: Ahrensburg-Portal

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