Akteure und Schüler des neuen Bildungsprojektes "Hayati"

Jobcenter Ahrensburg startet Kurs zur beruflichen Orientierung

Das Motto des lautet: „Hayati“ – auf arabisch „Mein Leben“. Das Besondere an dem Programm: Es schließt eine Lücke für Mütter mit Kindern unter drei Jahren. Von vier Projekten in ganz Schleswig-Holstein ist Ahrensburg das südlichste – und das einzige im Kreis Stormarn.

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Sprache ist der Schlüssel für erfolgreiche Integration“, sagt Maren Bruckschen, Regionalleiterin der Ludwig-Fresenius-Schulen.

Abgestimmt zwischen der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, den kommunalen Trägern und dem Wirtschaftsministerium soll das Projekt im ganzen Land eingeführt werden.

„Wir sind froh, dass das Jobcenter als Pionier in Ahrensburg gestartet ist“, sagt Katja Wilkeneit vom Jobcenter Stormarn. „Es geht um den Fachkräftemangel aber in erster Linie darum, dass Frauen als Vorbildfunktion fungieren und zeigen, was sie in Deutschland alles erreichen können.“

Das Bild der Schutzsuchenden sei überwiegend männlich geprägt, obwohl seit dem Flüchtlingszuzug knapp ein Drittel der Geflüchteten in Schleswig-Holstein Frauen sind.

„Später sind es Frauen, die sich um den Kindergarten und die Schule der Kinder kümmern“, sagt Bruckschen. „Wir wollen diese Frauen betreuen, um ihnen neue Möglichkeiten zu eröffnen.“

Es sei wichtig, die Sicht auf die Rolle der Frau zu verändern, ergänzt Ulrike Meyborg, Flüchtlingsbeauftragte der Stadt Bargteheide: „Heute sind viele Flüchtlingsfrauen in der Mutterrolle gefangen. Aber in ihnen schlummert Potential und viele versteckte Talente.“ Integration sei teuer – keine Integration jedoch wesentlich teurer.

Der Kurs im Überblick:

  • 15 Stunden die Woche, jeweils von 9-12 Uhr dauert der Kurs, welcher auf sechs Monate angelegt ist. Es gibt Angebote für die Kinderbetreuung.
  • Das Besondere: Das Betreuungsteam ist multikulturell aufgestellt, damit vor allem die afghanische und syrische Sprache abgedeckt werden.
  • Zehn Plätze sind pro Durchlauf vorhanden, das Projekt zunächst auf insgesamt zwei Jahre bewilligt.
  • Doch obwohl Sprache eine wichtige Komponente sei, gebe es in dem Kurs Hilfe in allen Lebensfragen. „Wir wollen den Frauen die Möglichkeit geben, sich auf den Weg zu machen und ihre berufliche Orientierung in Angriff zu nehmen“, sagt Wilkeneit. „Es ist unser Ziel, dass sie nach diesem Kurs einen Sprachkurs anschließen und später tatsächlich eine Arbeit aufnehmen können.“
  • Für die weitere Ausbreitung der Maßnahme werden nun Bildungsträger gesucht, die sich darauf einlassen wollen. Dies sei eine große Herausforderung, sagt Bruckschen, doch die Nachfrage unter den Geflüchteten sei groß. Sie sagt: „Der Weg bis zum beruflichen Einstieg ist lang. Aus diesem Grund ist es wichtig, so früh wie möglich zu beginnen.“

Bild und Text: Melissa Jahn (mej)

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