Kathleen Wieczorek (Foto: Agentur für Arbeit)

Es gibt auch im abgelaufenen Monat im Kreis Stormarn Bewegung am Arbeitsmarkt, in der Summe hat sich im März bei der Arbeitslosigkeit jedoch nur wenig verändert.

Anzeige

4.343 Arbeitslose und Quote von 3,3 %

Gegenüber dem Vormonat registriert die Agentur für Arbeit Bad Oldesloe drei arbeitslose Menschen mehr. Damit beträgt ihre Zahl im Kreis Stormarn jetzt 4.343. Dies bleibt ohne Auswirkung auf die Arbeitslosenquote, die den dritten Monat in Folge unverändert bei 3,3 Prozent liegt.Vor einem Jahr waren im März noch 5.317 Menschen und damit 974 mehr arbeitslos. Die Quote lag seinerzeit bei 4,0 Prozent.

Kathleen Wieczorek:

„Seit Jahresbeginn schauen wir jetzt den dritten Monat in Folge auf eine unveränderte Arbeitslosenquote von 3,3 Prozent und damit weiterhin auf eine stabil niedrige Quote. Gleichzeitig haben wir reichlich Bewegung am Arbeitsmarkt – Menschen melden sich aus der Arbeitslosigkeit ab oder an -, dies war in der Summe jedoch ausgeglichen, so dass sich bei der Zahl arbeitsloser Menschen insgesamt nur wenig verändert hat.

Ich werte dies als Zeichen für einen stabilen Arbeitsmarkt im Kreis. Die Corona-Pandemie und auch der Krieg in der Ukraine wirken sich hier aktuell nicht aus. Die Stormarner Unternehmen melden unverändert viele neue Stellen und unser Stellenbestand erreicht mit 2.586 abermals einen neuen Höchstwert. Dies lässt mich auch weiterhin positiv nach vorne schauen“, sagt Kathleen Wieczorek, Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe zu den aktuellen Arbeitsmarktdaten für den Kreis Stormarn.

„Bislang haben sich noch keine Geflüchteten aus der Ukraine bei uns gemeldet. Aktuell steht die humanitäre Hilfe – die Aufnahme, Versorgung und Verteilung der geflohenen Ukrainer*innen – im Vordergrund. Wenn die Menschen aus der Ukraine keine kurzfristige Rückkehroption in die Ukraine sehen und es wollen, sind wir vorbereitet, sie in Arbeit und Ausbildung zu vermitteln.“

2.586 Stellen sind frei

Mit den aktuell 2.586 sozialversicherungspflichtigen Stellen sind im Kreis Stormarn 39 oder 1,5 Prozent mehr als im Vormonat vakant. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind dies 789 Stellen mehr, ein Plus von 43,9 Prozent. Im März sind 403 neue sozialversicherungspflichtige Stellen hinzugekommen.

Die meisten Mitarbeitenden werden mit 499 in der Arbeitnehmerüberlassung gesucht, gefolgt vom Gesundheits- und Sozialwesen mit 298, dem verarbeitenden Gewerbe mit 264, dem Baugewerbe mit 223 und dem Einzelhandel mit 208 freien Stellen.

„Bei fast allen dieser Top 5 – Branchen hat sich der Stellenbestand zum Vormonat weiter erhöht. Nur im Baubereich waren es lediglich drei Stellen weniger als im Vormonatsbestand“, sagt die Agenturchefin. „Insbesondere das Gastgewerbe sucht jetzt händeringend neues Personal. Mit jetzt 103 gemeldeten Stellen ist hier der Stellenbestand auf den höchsten Wert seit Jahren gestiegen.“

5.701 Menschen in Unterbeschäftigung – Quote unverändert bei 4,3%

Die Unterbeschäftigung zeigt, wie viele Menschen insgesamt auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung sind. „Im Kreis Stormarn beträgt die Zahl der Unterbeschäftigten aktuell 5.701. Die Unterbeschäftigungsquote liegt unverändert zum Vormonat bei 4,3 Prozent. Im März des Vorjahres lag sie noch bei 5,1 Prozent“, so Wieczorek.

Nicht als arbeitslos gezählt werden beispielsweise Teilnehmende an Weiterbildungsmaßnahmen und in Arbeitsgelegenheiten oder Arbeitsuchende, die derzeit arbeitsunfähig erkrankt sind, sowie geflüchtete Menschen, die einen Sprach- oder Integrationskurs oder eine der berufsvorbereitenden Maßnahmen der Arbeitsagentur oder des Jobcenters besuchen. Sie alle werden zusätzlich zu den arbeitslos gemeldeten Menschen in der Statistik zur Unterbeschäftigung erfasst, die die Agentur für Arbeit ebenfalls monatlich veröffentlicht.

Kurzarbeit in Stormarn

Im März* (bis zum 27. März 2022) haben 25 Betriebe aus dem Kreis Stormarn neu Kurzarbeit angezeigt und erwarten bei 151 Beschäftigten einen Arbeitsausfall. Im Vormonatszeitraum registrierte die Arbeitsagentur 49 Neuanzeigen auf Kurzarbeit für 621 Mitarbeitende; im Januar waren es 48 Anzeigen für 313 Beschäftigte.

„Im März hat sich die Zahl neuer Anzeigen auf Kurzarbeit halbiert. Das ist ein positives Zeichen, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass immer noch viele Beschäftigte von einem Arbeitsausfall betroffen sind. Etliche Unternehmen aus der Industrie, dem Veranstaltungs- oder Dienstleistungsbereich haben mit Schwierigkeiten in den Lieferketten oder Planungsunsicherheiten wie auch Terminabsagen auf Grund des aktuell hohen Infektionsgeschehens zu kämpfen“, so die Agenturchefin. „Hinzu kommen die Unsicherheiten im Hinblick auf den Ukrainekonflikt.

Sonderregelungen zur Kuzrzarbeit verlängert bis 30.06.2022

Wichtig für betroffene Unternehmen ist, dass die Sonderregelungen zum Kurzarbeitergeld erneut verlängert worden sind und ihnen bis zum 30. Juni 2022 eine beschäftigungssichernde Brücke und eine gewisse Planungssicherheit bieten.“

Diese Regelungen zum Kurzarbeitergeld gelten bis zum 30. Juni 2022:

Anspruch auf Kurzarbeitergeld besteht, wenn mindestens 10 Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als 10 Prozent haben. Bis zum 30. Juni 2022 wird zudem weiterhin auf den Aufbau negativer Arbeitszeitsalden verzichtet. Auch Unternehmen aus der Leiharbeit können unterstützt werden.

Die Bezugsdauer wird für Beschäftigte, deren Anspruch auf Kurzarbeitergeld bis zum Ablauf des 30. Juni 2021 entstanden ist, auf bis zu 28 Monate, längstens bis zum Ablauf des 30. Juni 2022, verlängert.

Das Kurzarbeitergeld wird für Beschäftigte in Kurzarbeit, die einen Lohnausfall von mindestens 50 Prozent haben, bis Ende Juni weiterhin aufgestockt. Ab dem vierten Bezugsmonat – gerechnet ab März 2020 – auf 70 Prozent (77 Prozent für Personen mit Kindern) und ab dem siebten Monat auf 80 Prozent (87 Prozent für Personen mit Kindern) des entfallenen Nettoentgelts.

Bis Ende Juni bleibt es während der Kurzarbeit weiterhin möglich, in einem seit Beginn der Kurzarbeit neu aufgenommen Minijob anrechnungsfrei hinzuzuverdienen. Die Sozialversicherungsbeiträge werden für die ausgefallenen Arbeitsstunden bis maximal Juli 2023 zur Hälfte erstattet, wenn die Kurzarbeit mit einer beruflichen Weiterbildung verbunden wird, die bestimme Voraussetzungen erfüllt.

1.522 Menschen in Stormarn in Kurzarbeit

Die aktuell verfügbaren Daten zum tatsächlichen Umfang der Kurzarbeit im Kreis Stormarn liegen für den Monat Oktober 2021 vor. „Seinerzeit wurde in 326 Betrieben kurzgearbeitet und insgesamt 1.552 Beschäftigte waren von einem Arbeitsausfall betroffen“, berichtet Wieczorek.Den Höchststand der Kurzarbeit gab es kurz nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie im April 2020, als in rund 1.700 Stormarner Unternehmen über 14.000 Beschäftigte von Arbeitsausfällen betroffen waren.

Text, Foto: Agentur für Arbeit Bad Oldesloe / Redaktion

 

Erhalten Sie jeden Donnerstag die neuesten Informationen aus Ahrensburg und Umgebung.
Weitere Informationen zum Newsletter.

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

close

Erhalten Sie jeden Donnerstag die neuesten Informationen aus Ahrensburg und Umgebung.
Weitere Informationen zum Newsletter.

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Anzeige