Kathleen Wieczorek (Foto: Agentur für Arbeit)

Seit Februar hat die Arbeitslosigkeit im Kreis Stormarn abgenommen. Dies hat sich im Mai fortgesetzt. So sind 144 Menschen weniger als noch im April bei der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe arbeitslos gemeldet. Die Gesamtzahl beträgt aktuell 4.934. Vor einem Jahr waren im Mai 5.319 Menschen und damit 385 mehr arbeitslos. Die Quote lag seinerzeit bei 4,0 Prozent.

„Die Arbeitslosigkeit hat im Mai weiter abgenommen und wir haben nach zwölf Monaten erstmals wieder weniger als 5.000 von Arbeitslosigkeit betroffene Menschen im Kreis Stormarn. Die Stellenmeldungen nehmen weiter zu, die Zahl derer, die sich aus einer Erwerbstätigkeit heraus arbeitslos melden, stabilisiert sich auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau und im Gegenzug nehmen den dritten Monat in Folge mehr als 460 Jobsuchende eine neue Erwerbstätigkeit auf. Hier sehe ich, verbunden mit den sinkenden Inzidenzwerten und damit einhergehenden Lockerungen der Pandemiebeschränkungen, die wieder mehr wirtschaftliche Aktivitäten ermöglichen, ermutigende Signale für die weitere Entwicklung am Arbeitsmarkt“, sagt Kathleen Wieczorek, Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe zu den aktuellen Arbeitsmarktdaten für den Kreis Stormarn.

„Der Rückgang vollzieht sich in stetigen Schritten. Seit Jahresbeginn ist die Zahl arbeitsloser Menschen mittlerweile um über 500 und damit um fast zehn Prozent gesunken. Profitiert haben insbesondere die jungen Jobsuchenden unter 25 Jahren. Ihre Zahl hat nicht nur in diesem Monat, sondern auch seit Jahresbeginn mit über 21 Prozent am deutlichsten abgenommen. Sie hatten die Lockdown-Beschränkungen im März vergangenen Jahres aber auch besonders getroffen. Die Arbeitslosigkeit insgesamt stieg seinerzeit binnen drei Monaten um fast 30 Prozent, bei den Jüngeren betrug die Zunahme sogar 43 Prozent.“

Sozialversicherungspflichtige Stellen

Dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter sind im Mai 397 neue sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet worden. Das sind 33 mehr (plus 9,1 Prozent) als im Vormonat und 190 mehr (plus 91,8 Prozent) als im Mai vergangenen Jahres.

Damit sind aktuell insgesamt 1.887 sozialversicherungspflichtige Stellen im Kreis Stormarn zu besetzen, 46 oder 2,5 Prozent mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind dies 43 Stellen weniger.

„Seit Jahresbeginn haben uns die Stormarner Unternehmen 1.658 neue sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet. Dies sind trotz der seit Jahresbeginn bestehenden coronabedingten Beschränkungen fast 15 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Stellenmeldungen nehmen seit jetzt drei Monaten stetig zu“, sagt die Agenturchefin.

6.507 Personen in Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung zeigt, wie viele Menschen im Kreis Stormarn insgesamt auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung sind. „Im Kreis Stormarn beträgt die Zahl der Unterbeschäftigten aktuell 6.507. Die Unterbeschäftigungsquote liegt bei 4,9 Prozent und hat damit um 0,1 Prozentpunkt zum Vormonat abgenommen. Im Mai des Vorjahres lag sie bei 5,1 Prozent“, so Wieczorek.

Nicht als arbeitslos gezählt werden beispielsweise Teilnehmende an Weiterbildungsmaßnahmen und in Arbeitsgelegenheiten oder Arbeitsuchende, die derzeit arbeitsunfähig erkrankt sind, sowie geflüchtete Menschen, die einen Sprach- oder Integrationskurs oder eine der berufsvorbereitenden Maßnahmen der Arbeitsagentur oder des Jobcenters besuchen. Sie alle werden zusätzlich zu den arbeitslos gemeldeten Menschen in der Statistik zur Unterbeschäftigung erfasst, die die Agentur für Arbeit ebenfalls monatlich veröffentlicht.

Weiterhin hohe Kurzarbeit

Die Zahl der Betriebe aus dem Kreis Stormarn, die im Mai* neu Kurzarbeit angezeigt haben, liegt bei 22. In den Anzeigen wird bei 72 Beschäftigten ein Arbeitsausfall erwartet. Im Vormonat lag die Zahl bei insgesamt 18 Neuanzeigen für 182 Mitarbeitende, im März waren es 62 Anzeigen für 458 Beschäftigte.

„Es kommen aktuell nur wenige neue Anzeigen auf Kurzarbeit dazu. Nichtsdestotrotz haben in vielen Unternehmen weiterhin Beschäftigte kurzgearbeitet, auch wenn die jetzt beschlossenen Lockerungen der Beschränkungen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens hoffen lassen, dass deren Zahl und Arbeitsausfall zurückgehen werden“, sagt die Chefin der Arbeitsagentur.

Daten zum tatsächlichen Umfang der Kurzarbeit im Kreis Stormarn liegen jetzt für den Monat Dezember vor. „Insgesamt 5.373 Beschäftigte in 1.011 Betrieben waren im Dezember von einem Arbeitsausfall betroffen. Damit hatte die Kurzarbeit seinerzeit zum Vormonat nochmals zugenommen. Insgesamt 176 Mitarbeitende mehr als im November hatten kurzgearbeitet, die Zahl der Unternehmen stieg um 110“, berichtet Wieczorek.

Text, Foto: Agentur für Arbeit Bad Oldesloe / Redaktion