Sven Wendorf (Foto: privat)

Zur Bundestagswahl hat jeder Wahlberechtigte zwei Stimmen. Die Erststimme entscheidet über den Wahlkreisabgeordneten, die Zweitstimme über die Partei. Die Parteien werben mit den Programmen und Spitzenpersonen in Berlin für sich. Vor Ort bei uns werden aber vor allem die Wahlkreisabgeordneten wirken und die Interessen der Bürger/innen nach Berlin mitnehmen und dort vertreten.

Wir haben die Kandidaten der heute im Bundestag vertreten Parteien für die Wahlkreise in unserer Region um ein Interview gebeten, mit dem sie sich als Person und mit ihren individuellen Ansichten und inhaltlichen Schwerpunkten vorstellen.

Sven Wendorf kandidiert für die AFD im Wahlkreis 8 (Segeberg – Stormarn-Mitte) zu dem Ammersbek, Bad Oldesloe, Bargteheide und Tangstedt sowie die Ämter Bad Oldesloe-Land und Bargteheide-Land gehören.

Fünf Fragen an Sven Wendorf (AFD)

1 Bitte stellen Sie sich als Person kurz vor

Ich wurde 1972 in Lübeck geboren, bin in Ahrensbök aufgewachsen, zur Schule gegangen und habe im dortigen Rathaus eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten absolviert. Anschließend folgte eine vierjährige Tätigkeit als Zeitsoldat, mehrjährige Rucksackreisen durch Afrika und die USA, dann privatwirtschaftliche Beschäftigungen in den Bereichen Vertrieb, Verwaltung und IT. So bin ich momentan auch in der Verwaltung eines Betriebes tätig, bin ledig und wohne schon seit vielen Jahren in Norderstedt.

2 Wie sind Sie zum Engagement in der Politik gekommen und warum kandidieren Sie für den Bundestag?

Ein einschneidendes Erlebnis war unser Volksentscheid zur Rechtschreibreform 1998, über den sich die Landesregierung ein Jahr später hinwegsetzte. Auch in anderen Punkten schien mir die Politik nicht mehr das Wohl des Volkes im Sinn zu haben: Euro-Einführung, kopfloser Atomausstieg, Flüchtlingskrise.

2017 beschloss ich dann, selbst politisch aktiv zu werden. Die Parteien waren da schon größtenteils auf einer einzigen gemeinsamen Linie – bis auf die AfD. Dieser echten Alternative schloss ich mich an, und sehe diese Entscheidung durch Klimahysterie und Corona-Krise bestätigt.

3 Ihr Bezug zur Region Ahrensburg

Nach Volljährigkeit und Führerscheinprüfung bin ich an manchen Wochenenden mit Freunden auf dem Weg nach Hamburg dran vorbeigefahren!

Aber ernsthaft: Auch heute noch bin ich oft in der Region unterwegs, um auf Wanderungen die lokale Geschichte zu erforschen, zum Beispiel in Gestalt der Burg Arnesvelde (oder was davon übrig ist). Letztes Jahr bin ich durch den Hunsrück gewandert und habe die dortigen Burgruinen bestaunt, dazu musste ich ständig Berge rauf- und runterklettern. Das hat man hier bei uns einfacher.

4 Wie haben Sie die Corona-Pandemie erlebt und welche Lehren ziehen Sie für die Politik?

Die Maßnahmen der Regierung entsprachen in ihrer Dauer, Ausweitung und Schwere keinesfalls der Bedrohungslage. Offensichtlich wurden viele Auswirkungen der drastischen Maßnahmen nicht oder nicht genug berücksichtigt. Die Leichtigkeit, mit der über Grundrechtseinschränkungen auch gegenwärtig noch diskutiert wird, ist erschreckend, und eine Zwei-Klassen-Gesellschaft ist in einer freiheitlichen Demokratie schlicht nicht hinnehmbar. Die Corona-Politik muss umgehend aufgearbeitet und korrigiert werden.

5 Was wollen Sie im Falle Ihrer Wahl im Bundestag für die Region erreichen?

Alle leiden unter Landflucht: Städte werden „nachverdichtet“, der ländliche Raum verödet. Oft ist die Arbeit Auslöser dieser Migration, doch in der Corona-Krise hat sich gezeigt, dass viele Arbeitnehmer ihrer Arbeit auch daheim nachgehen können – hier könnten Anreize gesetzt werden, um Heimarbeit großflächig als zukunftsfähiges Modell zu etablieren.

Dazu bedarf es natürlich einer guten Infrastruktur und ausreichender Digitalisierung des ländlichen Raumes. Dies schützt langfristig auch die Umwelt und kommt darüber hinaus auch der einheimischen Landwirtschaft zugute.

Text: Redaktion, Foto: privat