Der IHK-Wirtschaftsbeirat Stormarn (Foto: IHK Özren)

Mit ihrer Sitzung im Neubau der Beruflichen Schulen des Kreises Stormarn in Bad Oldesloe sind die Mitglieder des Wirtschaftsbeirats Stormarn der IHK zu Lübeck in ihre sechsjährige Amtszeit nach der Wahl zur IHK-Vollversammlung gestartet.

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Neuer Vorsitzender ist IHK-Vicepräses Lars-Hendrik Pirck. „Als Familienunternehmer möchte ich die Bedingungen für die kommenden Generationen und die Anliegen der Stormarner Unternehmen in der IHK aktiv mitgestalten. Außerordentlich wichtig ist mir, das Unternehmertum zu fördern und Mut zur Gründung und Nachfolge zu machen“, sagte Pirck zu Beginn der Sitzung mit rund 30 Teilnehmern aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung.

Dr. Jasmina Crcic hatte eine wissenschaftliche Laufbahn an der Universität Hamburg eingeschlagen und sich nach eigenen Angaben nie Gedanken über das Gründen gemacht. In der Elternzeit kam die Ammersbekerin auf die Idee, familiengerechte Taschen für sich und ihre Freunde zu nähen. „Als alle mir rieten, die Taschen auch online anzubieten, hat es mich überrollt und eine Dynamik angenommen“, sagte sie. Mittlerweile lassen sie die Produkte ihres Labels Minatorba im Kreis Stormarn und in Kroatien nähen. Trotzdem habe ihre Welt nichts mit dem zu tun, was die anderen Unternehmer im Beirat berichteten.

„Das Bild von Unternehmern, die rund um die Uhr arbeiten, schreckt junge Leute ab. Frauen schließt es sogar weitgehend aus, vor allem junge Mütter“, beklagte Crcic. „Ich habe keinen Betreuungsplatz für meine Kleinen und baue daher meinen Shop im wahrsten Sinne des Wortes mit den Kindern am Rockzipfel auf.“ Dieses Problem bremse sie aus. Das Fehlen von Unterstützungsangeboten trage massiv dazu bei, ein großes unternehmerisches Potenzial zu verschenken. „Dabei brauchen wir eine größtmögliche Diversität und müssen alle Barrieren abbauen. Dabei sprechen wir nicht nur über Frauen, sondern auch über die soziale Herkunft einzelner“, beklagte die Gründerin.

Die Voraussetzungen für gutes Unternehmertum ließe sich schon in der Jugend legen, stellte Kai Aagardt, Leiter der Beruflichen Schule, heraus.  So sollte es bereits ab der achten Klasse Wirtschaftsunterricht und Planspiele geben. Aagardt: „Auch sollten sich Existenzgründer der Jugend vorstellen.“ So entstünden Dialoge und ein positives Bild vom Unternehmertum. Insgesamt solle die Profilbildung die jungen Leute in die Lage versetzen, zu „wissen, wo ihre Stärken sind und was sie machen möchten, wenn sie die Schule verlassen“.

Text, Foto: IHK zu Lübeck / Redaktion

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