Kita Fliegenpilz (Foto: DRK)

Kita Fliegenpilz kommuniziert jetzt auch mit Gebärden

Schon bevor Kinder sprechen können, teilen sie sich über Blicke, Gesten und mit Bewegungen mit – sie winken und zeigen. Werden die eigenen Worte schon früh auch mit einzelnen Gebärden begleitet, können kleine Kinder mit ihren Händen benennen, was sie genau möchten, sehen oder hören. Das ermöglicht eine zielgerichtete Kommunikation, weil das Kind schneller verstanden wird.

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Die Kindertagesstätte Fliegenpilz des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Ammersbek hat jetzt damit begonnen, im Rahmen ihrer pädagogischen Arbeit mit dem Konzept „babySignal – Gebärden für Kinder“ zu arbeiten. Die Gebärden in Deutschland kommen aus der Deutschen Gebärdensprache (DGS). Es sind festgelegte Hand- und Armbewegungen, die für bestimmte Begriffe verwendet werden. Bei babySignal werden diese Gebärden immer parallel zum Sprechen verwendet.

So werden in der Kita jetzt parallel zur gesprochenen Sprache und zu Kinderliedern Gesten und Gebärden eingesetzt. Auf diese Weise wird nicht nur die Aufmerksamkeit der Kinder auf die Sprache der Erwachsenen erhöht, die Kinder verstehen die Erwachsenen auch schneller. Denn mit Hilfe der Gebärden können die Kinder die Bedeutungen der Wörter leichter und schneller „begreifen“. Und umgekehrt können sie selbst ihre eigenen Gedanken und Bedürfnisse mitteilen. Und Spaß machen die Gebärden den Kindern auch.

Die Gebärden bieten aber noch einen weiteren großen Vorteil: Mehrsprachige Kinder können über Gebärden einen leichteren Einstieg in die deutsche Sprache bekommen. Gebärden schlagen so Brücken zwischen verschiedenen Sprachen. Denn es wird nur eine Gebärde für viele verschiedene Muttersprachen verwendet, und das schafft Verbundenheit.

Sobald ein Kind ein Wort sicher sprechen kann, wird es die Gebärden automatisch weglassen. Sie werden nur als Einstieg verwendet, bis das Sprechen leichter fällt.

Text, Foto: DRK / ME

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