Vor zehn Jahren gründete sich die Gruppe, um gegen die Bebauung von Wiesen und Knicks in der Gemeinde Ammersbek zu protestieren. Bis heute kämpfen die 50 Mitglieder für den Erhalt der Natur und einen Ausgleich zwischen Umwelt und Wachstum.

Um schon bei den ganz Kleinen das Bewusstsein für die Natur zu stärken, startete die Nabu-Gruppe Ammersbek zum diesjährigen Weltbienentag eine ganz besondere Aktion: Kinder konnten Insekten beobachten und ihre Erlebnisse in Tagebücher festhalten, die nun bei der Feier zum 10-jährigen Bestehen der Ammersbeker-Nabu-Gruppe prämiert wurden. So wie Pascale (8) die gleich zwei Insektentagebücher gestaltete, eines privat und eines mit der Gruppe „The Green Kids“ der Grundschule Hoisbüttel. „Mit Lupe und Pinzette haben wir ein verlassenes Wespennest in einem Vogelhaus untersucht“, sagt Pascale begeistert. „Wir haben sogar die Königin und ihre Larven gefunden.“
Nach neuesten Erhebungen des Nabu nahm die Insektenpopulation in den vergangenen Jahren um 75 Prozent ab. Eine katastrophale Entwicklung für die gesamte Umwelt, da viele Pflanzen von der Bestäubung der Wildbienen abhängen.

Hermann Schultz, Landesvorsitzender des Nabu

Die Wirtschaft schreibe schwarze Zahlen, der Naturschutz seine Rote Liste, kritisierte auch Hermann Schultz, Landesvorsitzender des Nabu. Insbesondere die Autoindustrie trage absichtlich
zu der Krise bei. Eine leichtfertige Gefährdung der Gesundheit, die aktuell sogar von der Kanzlerin legalisiert werde. „Die EU muss dringend gegensteuern“, so Schultz. „Und wir brauchen viele kleine Schritte, um etwas bewegen zu können.“
Große Schritte ginge die Ammersbeker Nabu-Gruppe, die als Leuchtturm für ganz Schleswig-Holstein gelte.
„Gerade wegen seiner intakten Umgebung ist Ammersbek so attraktiv“, sagt Bürgermeister Horst Ansén. „Die Umwelt ist intakt und zwar nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich.“ Dies sei vor allem engagierten Menschen, wie den Mitgliedern des Nabu-Ammersbek, zu verdanken, die sich als Anwalt der Natur engagierten.
Themen wie die Biogasanlage, der Wald, Bachläufe und das Moor hätten in der Vergangenheit zu kontroversen aber inhaltsstarken Diskussionen geführt. Mit ihren Infoständen, Presseinformationen, Ausflügen und Aktionen bereichere die Gruppe die Gemeinde und sei in Zeiten des Klimawandels und Baubooms wichtiger denn je.
Ein besonderes Projekt sei das Engagement der Gruppe für das Gebiet „Heidkoppel-Moor“. Hier wurde der Wasserstand erhöht, ein Weiher saniert und ein zweiter angelegt, wodurch sich der knallblaue Moorfrosch und sogar die Moorschwebfliege ansiedeln konnten.
„Trotz Wildschweinen und Spaziergängern brütet hier seit zwei Jahren ein Kranichpärchen“, sagt Petra Ludwig-Sidow, erste Vorsitzende. „Spaziergänger konnten das Jungtier sogar vom Weg aus erkennen.“