Die Gürtelrose gilt als besonders unangenehme Erkrankung. Siehe dazu das Interview mit Frau Dr. Westphal

Es gibt eine Möglichkeit zur Impfung gegen die Gürtelrose. Seit wenigen Wochen übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten.

Sechs Fragen an Frau Dr. Christina Westphal
Ärztin für Allgemeinmedizin in Ahrensburg

1 Was ist das Besondere und Unangenehme an der Gürtelrose als Krankheit? 

Einerseits sind es die starken Schmerzen des betroffenen Hautareals in der Akutphase. Nach Abheilen der akuten Veränderungen kann die sogenannte postzosterische Neuralgie über Wochen, Monate oder sogar über ein Jahr zu Schmerzen führen, die z. T. nur mit mehreren starken Schmerzmitteln behandelt werden können. In ca. 30% der Fälle ist aber auch die Schmerztherpapie leider nicht erfolgreich!

2 Wie wirkt der Schutz durch die Impfung gegen die Gürtelrose? 

Wir empfehlen den Herpes-Zoster-Totimpfstoff. Der Körper bildet spezifische Antikörper, die gegen das Herpes-Zoster-Virus wirksam sind.

3 Schützt die Impfung dauerhaft gegen die Gürtelrose? 

Die Frage kann noch nicht sicher beantwortet werden. Langzeitstudien müssen abgewartet werden. Derzeit gibt es noch keine Empfehlung zu einer Auffrischungsimpfung.

4 Welche Voraussetzungen müssen für die erfolgreiche Impfung erfüllt sein? 

Es gelten die allgemeinen Impfempfehlungen und Kontraindikationen, die von der Ärztin vor jeder Impfung geprüft werden, wie z.B. akute Erkrankungen oder bekannte Allergien.

5 Wie läuft die Impfung genau ab? Gibt es Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten?

Der Patient bringt seinen Impfpass (falls vorhanden) mit, um frühere Impfungen zu überprüfen und die aktuelle Impfung zu dokumentieren. Nach Lokaldesinfektion wird eine Injektion des Impfstoffes in den Oberarmmuskel verabreicht. Ich empfehle meinen Patienten für ca. 24 Stunden im Anschluss an die Impfung den Körper nicht zu schwer zu belasten (z.B. Sport).

Wie nach jeder Impfung kann es durch die Immunreaktion zum Auftreten von Allgemeinsymptomen wie Fieber, Übelkeit, Kopfschmerzen, Müdigkeit kommen, die nach ca. zwei Tagen wieder weg sind. Auch Lokalreaktionen der Haut wie Schwellung, Schmerzen an der Einstichstelle sind möglich. Eine zweite Impfstoffgabe erfolgt 2-6 Monate nach der ersten Gabe. Dann ist die Impfung abgeschlossen.

6 Wem empfehlen Sie, sich gegen die Gürtelrose impfen zu lassen? 

Ich empfehle gemäß der Ständigen Impfkommission, dass sich alle Menschen ab dem 60. Lebensjahr standardmäßig zweimalig mit dem Herpes Zoster Totimpfstoff zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung impfen lassen.

Das gilt auch für Patienten ab einem Alter von 50 Jahren mit bestimmten Vorerkrankungen. Dazu gehören unter anderem rheumatoide Arthritis, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, chronische Niereninsuffizienz, Diabetes mellitus sowie HIV.

Zur Person
Dr. med. Christina Westphal ist seit 2012 Inhaberin der Praxis für Innere Medizin, Pneumologie, Nephrologie und Allgemeinmedizin in Ahrensburg: www.praxis-dr-westphal.de